Dirk van Egmond aus Belgien (im Auto) und Tobias Barnickel aus Vlotho-Exter sind in die Mongolei aufgebrochen. Nach einem Zwischenstopp in Tschechien geht es heute weiter. Foto: Jürgen Gebhard
Vlotho (WB). Die erste Etappe ist geschafft: Tobias Barnickel und Dirk van Egmond sind gestern Mittag im tschechischen »Klenova Castle« bei Pilsen eingetroffen. Nach einer feucht-fröhlichen Party am Abend mit allen 297 Teams der »Mongol-Rally« und einer kurzen Nacht fahren sie heute weiter in Richtung Mongolei: Noch knapp 16.500 Kilometer, drei Wüsten und fünf Gebirge liegen vor ihnen.
»Es ist ein Abenteuer für Jungs. Ich freue mich für sie, dass sie das machen«, sagt Ineta Ragaliauskaite. Sie hat die beiden jungen Männer am Montag im vollgepackten Daihatsu auf der ersten Etappe begleitet. Wenn die Abenteurer heute weiter Richtung Osten fahren, dann wird sie zurück nach Vlotho reisen. Ihren Freund Tobias Barnickel wird sie erst in sechs Wochen wiedersehen.
Am Wochenende hatte das Paar den Rallye-Partner Dirk van Egmond aus Belgien abgeholt. Am Sonntagabend wurde dann gepackt: vier komplette Ersatzräder, drei Benzinkanister, zwei Wasserkanister, Schaufeln, Sandmatten als Unterlage bei festgefahrenen Rädern, Werkzeug, ein Koffer voll mit Ersatzteilen, Medikamente, Fotoausrüstung, Laptop, Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Kleidung, Notfallverpflegung für drei Tage, Campingkocher, Landkarten, Visa, Reiselektüre und, und, und....
»4.28 Uhr, wir haben doch noch alles ins Auto bekommen. Nun geht's es langsam Richtung Osten...«, posteten Tobias Barnickel und Dirk van Egmond als »Team Beerbuddies« schließlich am frühen Morgen. Über Facebook wollen sie Kontakt mit Freunden und Bekannten halten. Die Eltern sollen täglich eine SMS bekommen – immer vorausgesetzt, dass es auch in Usbekistan, in Turkmenistan oder in der hintersten Mongolei Internet und Handynetz gibt.
17000 Kilometer auf teilweise unwegsamem Gelände müssen bewältigt werden. »In der ersten Woche wollen wir versuchen, so viel wie möglich zu fahren. In Russland und in der Ukraine gibt es noch gute Straßen«, sagt Tobias Barnickel, der Juniorchef der gleichnamigen Polstermöbelfirma. Mittwoch oder Donnerstag wollen sie bereits in Kiew eintreffen, wo Freunde auf sie warten. In Kiew wollen sie ausnahmsweise in einem Hotel schlafen und sich die Stadt angucken. »Viel trödeln dürfen wir nicht. Sechs Wochen sind recht knapp bemessen«, wissen die beiden jungen Männer. Vor allem die Mongolei sei ein echtes Abenteuerland ohne richtige Straßen, mit Steppe und mit Wüste. Sieben Tage empfiehlt der Reiseführer für die unwegsame Fahrt von der Grenze bis zur Hauptstadt Ulaanbaatar.
Für den 25. August haben Tobias Barnickel und Dirk van Egmond den Rückflug gebucht. Ihren zehn Jahre alten Daihatsu werden sie dann zugunsten eines Charity-Projektes versteigern lassen: »Wir könnten auch wieder mit unseren Wagen zurückfahren. Aber so viel Zeit haben wir auch nicht.«


















