Mongolen shoppen bei Raiffeisen

Mongolen shoppen bei Raiffeisen

Beeskow (MOZ) Eine Mongolische Landwirtschaftsdelegation hat sich im Kreis über die das Genossenschaftswesen informiert. Am Freitag besuchten die ausländischen Gäste eine Fischereigenossenschaft, Raiffeisenmarkt und -bank sowie eine Agrargenossenschaft.

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Am Freitag mag sich mancher Kunde des Beeskower Raiffeisenmarktes die Augen gerieben haben: Zwischen den Regalen sah man eine Gruppe asiatisch aussehender Menschen, die sich mit größtem Interesse dem ländlichen Sortiment widmeten: Ein Mann prüfte ein Pferdeholster, zwei weitere strichen mit ihren Fingern über grobe Bürsten, wie sie beispielsweise zum Säubern von Gummistiefeln verwendet werden. Ein anderer Herr freute sich über den Klang einer Fahrradhupe und entschied sich, das Blechding zu kaufen. Auffällig viele der ausländischen Kunden entschieden sich für Huf-Balsam in großen Dosen.

Bei den asiatischen Kunden des Raiffeisenmarktes handelt es sich um 28 Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums sowie der Landwirtschaftsämter der Provinzen der Mongolei. Die Delegationsmitglieder - der ranghöchste ist der stellvertretende Landwirtschaftsminister des Landes Bayanmunkh Purevkhuu - hielten sich auf Einladung des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV) im Kreis Oder-Spree auf. "Ziel der Reise ist, die Gäste über die Funktionsweise des deutschen Genossenschaftswesens zu informieren", teilte Andreas Kappes vom DGRV mit. Oder-Spree sei geradezu eine Modellregion für das Zusammenwirken von Agrargenossenschaften, Raiffeisenbank und Handelsgenossenschaften. "Das funktioniert hier so gut, wie nur selten in Deutschland, lobte Kappes, der beim DGRV für internationale Beziehungen zuständig ist. Hans-Uwe Schöne, ehemaliger Vorsitzender des Kreisbauernverbandes und als Aufsichtsratsmitglied in mehreren genossenschaftlichen Betrieben in der Region engagiert, führte die Delegation als Reiseleiter durch den Kreis. Binderiya Bathsukh, der im mongolischen Landwirtschaftsministerium als Koordinator der Beziehungen zum deutschsprachigen Raum zuständig ist, erläuterte in bestem Deutsch den Hintergrund der Reise: "Wir wollen in der Mongolei die Landwirtschaft umstrukturieren. Das deutsche Genossenschaftsmodell erscheint uns als attraktives Vorbild." Der Raiffeisenmarkt sei eine Attraktion für seine Landsleute: "Läden mit einer solchen Warenmischung gibt es bei uns nicht."

Die Mongolei ist aufgrund ihrer Bodenbeschaffenheit und ihres Klimas kaum für Ackerbau geeignet. Wie Bathsukh erläutert, gebe es traditionell viele Familien, die als Nomaden Viehwirtschaft betreiben. Daneben gebe es Landwirtschaftsbetriebe, die in sehr großem Maßstab agieren: "Das Minimum sind bei uns 1000 Hektar Land pro Betrieb." Die Regierung strebe an, in den 21 Provinzen des Landes, das viereinhalbmal so groß wie Deutschland ist, je 20 Bezirke mit genossenschaftlich orientierter Landwirtschaft zu schaffen.

 

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