Ein Gast mit dem Namen „Ewiges Glück“ in Schönefeld
Oberbürgermeister Munkhbayar trug sich in das Goldene Buch ein und glaubt jetzt, dass sein Kollege Haase mongolisch spricht
SCHÖNEFELD - Die Schauspielerin Brigitte Grothum steht schon drin, die Sportler Täve Schur und Ramona Kühne und Politiker wie Manfred Stolpe oder Matthias Platzeck sowieso. Gestern trug sich auch der Oberbürgermeister der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator, Gombosuren Munkhbayar, in das Goldene Buch Schönefelds ein.
Er freue sich, die Tradition der deutsch-mongolischen Beziehungen fortzuführen, schrieb er und wünsche den Schönefeldern alles Gute. Munkhbayar kam von einem Treffen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit. Da die mongolische Metropole zu einer „Grünen Stadt“ werden, also Maßnahmen im Umweltbereich fördern will, bat er Wowereit, Fachleute in Berlin ausbilden zu lassen.
„Nicht zuletzt dient mein Besuch der Auffrischung der 1978 eingeleiteten Hauptstadt-Kontakte“, bemerkte der Politiker, der Vertreter Schönefelds und alle anderen Interessierten zu einer Konferenz einlud, auf der im März die künftigen Entwicklungsprojekte seiner Heimatstadt diskutiert werden sollen. Deren Verbindungen zu Schönefeld bedurften dagegen keiner Auffrischung. Sie sind seit Langem lebendig. Vor knapp 14 Jahren wurde eine Partnerschaft mit dem Stadtbezirk Bayangol geschlossen, erst in der vergangenen Woche besuchten Baufachleute die Flughafengemeinde.
„Im Juni will wieder eine Schönefelder Delegation in Ihr Land reisen“, kündigte Bürgermeister Udo Haase an, der kürzlich den mongolischen Polarsternorden verliehen bekam, den höchsten, der an Ausländer vergeben wird. „Wir hoffen, dann schon ein Zusammenwirken unseres neuen Gymnasiums mit der Humboldt-Schule Ulan-Bators vereinbaren zu können.“ Auf Jugendaustausch lege er großen Wert, betonte Haase, und erinnerte daran, dass sein Ort bereits einmal die Freude hatte, mongolische Jugendliche begrüßen zu dürfen.
Schönefeld gestalte das Umfeld des neuen Großflughafens, in dem zwei bis drei Milliarden Euro investiert würden, erläuterte Haase und zog eine Parallele zu dem im Partnerland verfolgten Plan, einen neuen hauptstadtnahen Flughafen zu bauen. Auch Eberhard Trempel machte dem Gast Appetit auf wirtschaftliche Entwicklung durch Luftverkehr. 70 000 Arbeitsplätze würden durch den Schönefelder Airport entstehen, prophezeite er, während schon die bislang oft genannte Zahl von 40 000 als optimistische Schätzung gilt.
Trempel ist Direktor des Deutschen Globalen Handelsforums, das den internationalen Handels- und Wirtschaftsdialog fördert. „Schönefeld kann ab der Flughafen-Eröffnung im Juni insbesondere mit hohem Luftfrachtverkehr aus der Mongolei rechnen“, sagte er.
Mit einem Mann wie Munkhbayar könnten sich die bilateralen Bindungen nur zum Vorteil entwickeln, merkte Lothar Zöllner an, schließlich bedeute dessen Name übersetzt „Ewiges Glück“. Zöllner vertrat die DDR mehrere Jahre lang in der damaligen Mongolischen Volksrepublik, zuletzt als Botschafter. Heute ist er im Vorstand des Mongoleiforums, das den binationalen Austausch unterstützt.
Er sei zum ersten Mal in Schönefeld, berichtete der Oberbürgermeister, fühle sich im Rathaus aber schon wie zu Hause: „Das hat mit den mongolischen Grafiken zu tun, die hier im Raum hängen, vor allem aber mit einem Bürgermeister, der mongolisch spricht.“ Dass Udo Haase seiner Sprache mächtig sei, habe er schon zu Hause gehört, ab heute glaube er es auch. (kb)
Quelle:
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12263952/62129/Oberbuergermeister-Munkhbayar-trug-sich-in-das-Goldene-Buch.html

